Jahresbericht

Jahresbericht 2016

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Jahresbericht 2015

Für Vorstand und Kuratorium der Beug Stiftung für Metastasierungsforschung stand im Jahr 2015 vor allem die Verleihung der beiden Preise im März 2015 im Mittelpunkt.
Daneben gab es folgende Schwerpunkte:
- Überprüfung der Stiftungstätigkeit durch das Finanzamt Heidelberg
- Pläne für zukünftige Fundraising-Maßnahmen der Stiftung
- Betreuung der Finanzmittel der Stiftung

 

Preisverleihung 2015

Auswahl der besten Anträge

Die im Jahr 2014 formulierten Auswahlkriterien für die Beurteilung der Anträge erwiesen sich als nützlich. Sie waren eine gute Handreichung für Kuratorium und Experten.

Es gingen 20 Anträge ein, jeweils 10 für die beiden Kategorien (Kategorie A bis zu 6 Jahre, Kategorie B bis zu 12 Jahre nach Abschluss der Dissertation). Die Bewerber waren aus 12 Nationen und arbeiteten in 7 verschiedenen EU-Staaten, darunter 9 Frauen und 11 Männer. Diese breite Streuung der Bewerber bezüglich Herkunftsland und Karriere-Status veranschaulicht das große Interesse am Preis der Beug Stiftung.

Das Kuratorium überprüfte die Anträge auf folgende Punkte:
- Wie groß ist der zeitliche Abstand zur Promotion?
- Ist tatsächlich die Metastasenbildung Schwerpunkt des Projekts ?
- Hat der Kandidat einen guten Folgeplan?
- Wie erfolgversprechend sind die Untersuchungen bezüglich einer zukünftigen Behandlung von Metastasen?

Als Ergebnis dieser Überprüfung wurden neun Kandidaten (5 der Kategorie A, 4 der Kategorie B) ausgewählt.

Das internationale Expertenteam mit Gutachtern aus Deutschland, der Schweiz und den USA bewertete die 9 Anträge bezüglich wissenschaftlicher Qualität und innovativer Ideen. Die Entscheidung fiel ganz klar auf

- John Thomson (Kategorie A) und
- Karin de Visser (Kategorie B)

 

Die Preisträger und ihre Anträge

John Thomson ist Postdoktorand der Abteilung Humangenetik am MRC in Edinburgh (das Medical Research Council umfasst verschiedene medizinische Forschungsinstitute in Großbritannien)

Thomson arbeitet unter anderem daran, ein besseres Verständnis für die molekularen Ereignisse zu gewinnen, die zu Metastasen führen. Er konzentriert sich dabei besonders auf eine bestimmte Veränderung der DNA, das 5-Hydroxymethylcytosin (5hmC). Von 5hmC wird vermutet, dass es an der An- und Abschaltung von Genen beteiligt ist, die für die Metastasierung relevant sind. Thomsons Projekt, das von der Beug Stiftung unterstützt wird, besteht darin, das Vorkommen von 5hmC in gesundem Gewebe mit dem in Nierenkrebs-Primärtumoren und in metastasierendem Gewebe der gleichen Krebsart zu vergleichen.

Karin de Visser ist Junior-Gruppenleiterin in der Abteilung Immunbiologie am Niederländischen Krebsinstitut in Amsterdam.

Im Zuge der Erforschung der Metastasenbildung bei Brustkrebs gelang es ihr, die Entwicklungsschritte in diesem Prozess modellhaft zu beschreiben. Die großen Erfolge, die die Stimulation des körpereigenen Immunsystems bei anderen Krebsarten erbrachte, regten Karin de Visser zu ihrem spezifischen Forschungsansatz an:
Sie möchte – mit Hilfe des Preisgeldes der Beug Stiftung – in präklinischen Versuchen herausfinden, ob und wieweit die Immuntherapie auch bei metastasierendem Brustkrebs wirksam sein kann. Das von ihr entwickelte Modell könnte dazu wichtige Hinweise liefern.

 

Preisverleihung

Vom 29.-31. März 2015 fand am EMBL in Heidelberg die von Spezialisten hoch angesehene Konferenz: „Frontiers in Stem Cell and Cancer“ statt. Für die Beug Stiftung bedeutete es eine große Chance, während des 1. Vortragszyklus am Montagmorgen ein Zeitfenster zu bekommen, in dem Anton Bauer die Stiftung vorstellen, Margrit Beug die Preise überreichen und Karin de Visser und John Thomson ihre Projekte vorstellen konnten.

Die Konferenzteilnehmer äußerten sich sehr positiv über die Vorträge der Preisträger und über die Ziele der Stiftung, junge Wissenschaftler anzuregen, neue unbekannte Wege zu gehen. Die Unterstützung der Stiftung bei den Vorversuchen soll den Preisträgern die Möglichkeit bieten, größere Anträge einreichen zu können.
Von Seiten der Konferenzveranstalter wurden weitere Zeitfenster für die Beug Stiftung im Rahmen kommender Cancer-Konferenzen in Aussicht gestellt.

So war sowohl für die Gewinner als auch für die Stiftung die Veranstaltung ein großer Erfolg.

 

Überprüfung durch das Finanzamt Heidelberg

Bei der alle 3 Jahre durchgeführten Überprüfung durch das Finanzamt müssen Stiftungen (wie auch andere gemeinnützige Körperschaften) die zeitnahe und zweckgebundene Mittelverwendung nachweisen.

Dafür müssen ordnungsgemäße Aufzeichnungen vorgelegt werden (Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben, Protokolle der Zusammenkünfte von Vorstand und Kuratorium, Jahresberichte und Vermögensübersicht mit Nachweisen über Bildung und Entwicklung von Rücklagen).

Nach erfolgter Prüfung erging an die Beug Stiftung für Metastasierungsforschung Ende November 2015 der Freistellungsbescheid für 2012-2014. Damit ist die Stiftung bis 2018 von Körperschafts-, Gewerbe- und Kapitalertragssteuer befreit und kann für die nächsten 5 Jahre Zuwendungsbestätigungen ausstellen.

 

Fundraising

Kuratorium und Vorstand der Beug Stiftung entschieden sich gegen breitenwirksame (und damit aufwändige) Fundraising-Maßnahmen, auch gegen Crowd-Funding.
Stattdessen sollen mit gezielten Aktionen und direkter Kontaktaufnahme Verwandte, Freunde und Bekannte, insbesondere auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angesprochen werden.
Vorstand und Kuratorium entschieden sich auch gegen die Aufnahme der Stiftung in die Print-Ausgabe des „Deutschen Spendenspiegels“. Die Wirksamkeit dieser sehr teuren Investition war laut Befragung anderer gemeinnütziger Organisationen nicht überzeugend.

Die Maßnahmen im einzelnen:
Deutsche Website
Die deutsche Website ist im Gegensatz zur englischen Version allgemeinverständlicher und anschaulicher gestaltet. Die englische Website soll mehr Wissenschaftler (vor allem Antragsteller) ansprechen; die deutsche ist als Grundlage und Informationsquelle für Fundraising-Maßnahmen gedacht. Trotz der verschiedenen Zielsetzung ist es jedoch wichtig, dass deutsche und englische Homepage miteinander verbunden bleiben, eine Trennung wäre verwirrend.
Die deutsche Website wurde Ende 2015 fertiggestellt.

Get together in Wien
Es wurde beschlossen, weiterhin im zweijährigen Abstand ein Treffen der „Beugfreunde“ zu organisieren. Das nächste ist für Juni 2016 geplant und soll wieder im Hof des alten AKH in Wien stattfinden.

Newsletter
Eine weitere Möglichkeit, gezielt Interessenten der Beug Stiftung zu informieren, wurde geplant: die Zusendung eines Newsletters zu gegebenen Anlässen per Email. Dies würde ein aktiveres Ansprechen als über LinkedIn und Website bedeuten. Für Frühjahr 2016 wird die erste Aussendung geplant, Thema soll die Preisverleihung 2015 und das geplante Get together 2016 werden. Danach sollen weitere Newsletter etwa im Abstand von einem Jahr folgen. Die Email-Adressenliste soll zu diesem Zweck erweitert werden.

 

Finanzen

Die grundlegende Finanz-Strategie der Beug Stiftung wurde beibehalten:
- Diversifizierte Form der Geldanlage (Immobilien-, Renten-, Stiftungs-, Aktienfonds, etc.)
- Trotz größtmöglichster Sicherheit Erwirtschaftung von ausreichend Erträgen, um die Preise finanzieren zu können.
Einige Rentenfonds, die vor allem Staatsanleihen enthielten, wurden im Jahr 2015 wegen ungünstiger Prognose verkauft und durch Mischfonds ersetzt.

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